|
|
|||||||||||||||||||||||
|
|
Albrecht von Haller war in seiner Zeit der führende Schweizer Botaniker:
Haller als Botaniker Hallers
botanisches Werk umfasst umfangreiche Bestandesaufnahmen (Floren) grösserer
Regionen (Schweiz, Jena, Göttingen), Monographien von Pflanzengattungen
oder Familien (z.B. europäische Laucharten und Orchideen), Beschreibungen
botanischer Sammelreisen (in: *Opuscula
bot. 1749) und eine kritisch kommentierte Bibliographie (*Bibl. bot. 1771-72) des gesamten
botanischen Schrifttums bis in seine Zeit. Haller war Wegbereiter verschiedener Bereiche der Botanik: Er hat die Variabilität von Pflanzen erkannt und die Artkonstanz verworfen; er pflegte die exakte morphologische Beschreibung einer Art mit wiederholter Beobachtung an zahlreichen Exemplaren auch in verschiedenen Entwicklungsstadien und hielt auch Fundorte und Standortsfaktoren fest. Bekannt sind seine Erkenntnisse zur Pflanzengeographie und zu den Höhenstufen. Ein Besonderes Merkmal von Hallers Pflanzenwerken sind seine ausführliche Synonymie der alten ("vorlinneischen") Pflanzennamen und sein Versuch eines natürlichen Systems der Pflanzen. Die von seinem Zeitgenossen C. von LINNÉ erfolgreich propagierte binäre Nomenklatur mit dem künstlichen Sexualsystem lehnte Haller aus historischen und wissenschaftlichen Gründen (auch in der erweiterten Fassung seiner Schweizerflora *Hist. stirp. helv. 1768) ab. So sind seine Namen der z.B. etwa 300 neu beschriebenen Blütenpflanzen ungültig und seinem botanischem Werk blieb eine grössere Wirkung versagt.
Haller hat umfangreiche Herbarien angelegt welche heute grösstenteils noch vorhanden sind. Das Haupt-Herbar liegt in Paris (Muséum National d' Histoire Naturelle), ein kleineres befindet sich am botanischen Institut der Universität Göttingen (seit wenigen Jahren "Albrecht von Haller Institut für Pflanzenwissenschaften" genannt). Einige Belege sind auch im Herbar seines Sohnes Albrecht von HALLER filius (1758-1823) in Genf (Conservatoire et Jardin botaniques) zu finden.
Haller im Urteil namhafter Botaniker Carl von Linné, 1742: "In fungis novum orbem detexisti, [...] Hallero debemus omnia in his [...]" Kurt Sprengel, 1818: (über *Hist. stirp. helv. 1768) " [...] ein Werk in welchem die umfassende Kenntniss mit dem rühmlichsten Scharfsinn, die feinste Beobachtung mit der seltensten Gelehrsamkeit verbinden, um es zu einem unvergänglichen Denkmal des grossen Geistes zu machen." Hermann Christ, 1879: "Schon Haller hat [...] eine vergleichende Übersicht der Höhenzonen gegeben, wahr, kurz und plastisch, wie bis heute kein schöneres Gesammtbild unserer verschiedenen Höhenlagen entworfen ist." Carl Schröter, 1909: (über *Enum. stirp. helv. 1742) "[...] ist die erste Schweizerflora auf rein wissenschaftlicher Grundlage." Jules Amann, 1918: "De Haller peut être regardé, en quelque sorte, comme le père de la bryologie en suisse." Josias Braun-Blanquet, 1932: " [...] Haller begründete die pflanzliche Höhengliederung der Alpen." Heinrich Zoller, 1977: "Durch seine Ablehnung der binären Nomenklatur [...] riss bei Haller die natürliche Verbindung zur zeitgemässen, ordnenden Beschreibung des Pflanzenreiches ab." Gerhard Wagenitz, 1977: "Die
Erforschung der Pflanzenwelt der Alpen hat aber durch ihn Impulse erhalten
die weitergewirkt haben auch da, wo sein Name heute nicht mehr genannt
wird." Pflanzen zu Ehren Hallers benannt (heute noch gültige Namen) Halleria LINNÉ 1737 (tropisch-südafrikanischer Rachenblütler)
Hallers Korrespondenz mit Botanikern Botanik ist ein wichtiges Thema in Hallers Korrespondenz, v.a. die Bitte um Austausch von getrockneten Pflanzen und Samen. Haller stand mit fast allen Botanikern seiner Zeit in Briefkontakt, so zeichnen sich über 100 (etwa 10%) der Korrespondenten duch ihre intensive Beschäftigung mit Botanik aus.
Botanik im Haller-Projekt Datenbank Angegliedert an die grosse Datenbank des Projektes wurde eine Botanik-Datenbank erstellt; diese verknüpft folgende Informationen:
Handschriften Im Rahmen der Erfassung des nicht brieflichen Nachlasses werden zur Zeit die botanischen Handschriften als Pilotstudie auch kurz inhaltlich analysiert.
Literatur zum Thema Lienhard, Luc: Haller et la découverte botanique des
Alpes. In: J.-C. Pont, J. Lacki (éd.), Une cordée originale - Histoire des
relations entre science et montagne, Genève 2000, S. 120-138. |
|
||||||||||||||||||||
|
|
------------------------------------------------------------------------------ Website created by webhint |
|
|||||||||||||||||||||