Albrecht von Haller

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"Les affaires du
gouvernement
m’amusent, elles
m’empêchent de
toujours lire,
toujours extraire,
toujours
composer."

Albrecht von
HALLER (Brief an
C.BONNET) 1762

       

 Biographie 

 

biogr.gif (4413 Byte)

HALLER, ALBRECHT von
* Bern 16. 10. 1708 
† Bern 12. 12. 1777


Haller war das fünfte Kind des Juristen Niklaus Emanuel HALLER; dieser wurde 1713 erster bernischer Landschreiber der Grafschaft Baden.
Nach Absolvierung der Berner Schulen begann Haller Ende 1723 an der Universität Tübingen sein Medizinstudium. 1725 setzte er es an der besonders durch den Kliniker H. BOERHAAVE  berühmten Universität Leiden fort, wo er 1727 zum Dr. med. promovierte. In Leiden befreundete er sich mit J. GESSNER von Zürich, den er nach einem kurzen Aufenthalt in England in Paris wieder traf, wo die beiden den Winter 1727/28 mit anatomischen Studien und chirurgischem Unterricht verbrachten. 1728 folgten sie in Basel den Mathematikvorlesungen von J. BERNOULLI I (1667-1748) und unternahmen jene gemeinsame Schweizerreise, die durch Hallers Gedicht "Die Alpen" berühmt wurde.

Im Winter 1728/29 vertrat Haller in Basel den erkrankten Prof. der Anatomie J. R. MIEG; 1729 kehrte er nach Bern zurück und begann seine Tätigkeit als praktizierender Arzt. Bekannt wurde Haller durch die Gedichtsammlung "Versuch Schweizerischer Gedichten", die zunächst anonym im Verlag seines Bruders erschien. Bemühungen um eine Anstellung als Stadtarzt oder Professor der Eloquenz schlugen fehl. Auf sein Betreiben wurde vom Berner Rat ein "anatomisches Theater" eingerichtet und 1735 von Haller eröffnet. Im gleichen Jahr erhielt er die Stelle eines Stadtbibliothekars.

1736-53 wirkte Haller als Professor der Anatomie, Botanik und Chirurgie an der neu gegründeten Universität Göttingen und trug durch seine Lehr- und Publikationstätigkeit massgeblich zu deren Aufschwung bei. Durch Haller erlangten die "Göttingischen Gelehrten Anzeigen" (s. die online verfügbaren Jahrgänge 1739-1752 und 1753-1801) und die "Königliche Gesellschaft" (später "Akademie der Wissenschaften") bedeutende Ausstrahlung. Am 23. 4. 1749 erhob Kaiser FRANZ I. Haller in den erblichen Adelsstand.

Seit 1745 Mitglied des Rat der 200 (Vorgänger des heutigen Grossen Rates von Bern) erhielt Haller bei der Ämterneubesetzung von 1753 die Stelle des Rathausammanns, die als Sprungbrett zu den höheren Staatsämtern galt. Haller kehrte deshalb mit seiner Familie von Göttingen nach Bern zurück und bezog für vier Jahre die Dienstwohnung im Rathaus. 1758-64 wirkte er als Direktor der bernischen Salinen in Roche im Rhonetal, wo er 1762/63 auch stellvertretend als Gubernator (Landvogt) von Aigle amtierte. Von 1764 bis zu seinem Tod lebte Haller wieder in Bern, vielseitig tätig in staatlichen Kommissionen. Neunmal bemühte er sich erfolglos um die Wahl in den Kleinen Rat. Als ihn König Georg II von Hannover erneut an die Universität Göttingen berief, ernannte ihn der Staat Bern ausserordentlicherweise zum "Assessor perpetuus" des Sanitätsrates mit 400 Kronen Jahresgehalt, was Haller genügte, den ehrenvollen Ruf auszuschlagen und in Bern zu bleiben.

 

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*Gedichte 1882
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