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Haller
war das fünfte Kind des Juristen Niklaus Emanuel HALLER; dieser wurde 1713 erster
bernischer Landschreiber der Grafschaft Baden. Im Winter 1728/29 vertrat Haller in Basel den erkrankten Prof. der Anatomie J. R. MIEG; 1729 kehrte er nach Bern zurück und begann seine Tätigkeit als praktizierender Arzt. Bekannt wurde Haller durch die Gedichtsammlung "Versuch Schweizerischer Gedichten", die zunächst anonym im Verlag seines Bruders erschien. Bemühungen um eine Anstellung als Stadtarzt oder Professor der Eloquenz schlugen fehl. Auf sein Betreiben wurde vom Berner Rat ein "anatomisches Theater" eingerichtet und 1735 von Haller eröffnet. Im gleichen Jahr erhielt er die Stelle eines Stadtbibliothekars. 1736-53 wirkte Haller als Professor der Anatomie, Botanik und Chirurgie an der neu gegründeten Universität Göttingen und trug durch seine Lehr- und Publikationstätigkeit massgeblich zu deren Aufschwung bei. Durch Haller erlangten die "Göttingischen Gelehrten Anzeigen" (s. die online verfügbaren Jahrgänge 1739-1752 und 1753-1801) und die "Königliche Gesellschaft" (später "Akademie der Wissenschaften") bedeutende Ausstrahlung. Am 23. 4. 1749 erhob Kaiser FRANZ I. Haller in den erblichen Adelsstand. Seit 1745 Mitglied des Rat der 200 (Vorgänger des heutigen Grossen Rates von Bern) erhielt Haller bei der Ämterneubesetzung von 1753 die Stelle des Rathausammanns, die als Sprungbrett zu den höheren Staatsämtern galt. Haller kehrte deshalb mit seiner Familie von Göttingen nach Bern zurück und bezog für vier Jahre die Dienstwohnung im Rathaus. 1758-64 wirkte er als Direktor der bernischen Salinen in Roche im Rhonetal, wo er 1762/63 auch stellvertretend als Gubernator (Landvogt) von Aigle amtierte. Von 1764 bis zu seinem Tod lebte Haller wieder in Bern, vielseitig tätig in staatlichen Kommissionen. Neunmal bemühte er sich erfolglos um die Wahl in den Kleinen Rat. Als ihn König Georg II von Hannover erneut an die Universität Göttingen berief, ernannte ihn der Staat Bern ausserordentlicherweise zum "Assessor perpetuus" des Sanitätsrates mit 400 Kronen Jahresgehalt, was Haller genügte, den ehrenvollen Ruf auszuschlagen und in Bern zu bleiben.
Literatur zum Thema Wichtigste Biographien Zimmermann 1755
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